Vorstellungen:
Täglich: 19:00
Die Schlacht um Chile - Der Putsch
Chile, lange Zeit neoliberales Musterländle in Südamerika, ist wieder in den Schlagzeilen, nachdem Studentenproteste das Land in Unruhe versetzen. Grund genug, sich mit jener Vergangenheit zu befassen, die Chiles Gegenwart nach wie vor nachhaltig bestimmt.
Der bedeutende chilenische Dokumentarfilmer Patricio Guzmán zeichnete in seiner dreiteiligen Dokumentation das Ende der Regierungszeit Salvador Allendes nach. Guzmán und sein Team drehten kontinuierlich zwischen 1972 und 1979; es wurde kein Archivmaterial verwendet.
Gezeigt wird Teil II der Dokumentation, die sich mit dem Putsch 1973 befaßt. Seit den Parlamentswahlen vom März wurde die Lage im Land von rechtsradikalen Kräften durch Sabotage, offene Gewalt und Streiks systematisch verschärft. Die Regierungskoalition zerstreitet sich über die Art und Weise, diesen Angriffen zu begegnen. Die Entscheidung fällt in Washington – am 11. September bombardiert die Armee den Präsidentenpalast Moneda.
Vorstellungen:
Täglich: 13:30 - 19.30 (inklusive 2 Pausen mit Imbiss), Eintritt frei - Spenden willkommen
Regelmäßiges Mitgliedertreffen des Bruno-Gröning-Freundeskreis jeden ersten Sonntag im Monat
Vorstellungen:
Täglich: 21:00
von Regisseur Mark Littler

In sich hineingucken -
Damit die Seele Freude hat:
Der Dokfilm »The Kingdom of Survival« über Kapitalismuskritiker in den USA
Von Alexandra Horn
Der Kapitalismus ist keine Liebesgeschichte. Dieser leise Verdacht erhärtete sich bei Regisseur M.A. Littler, lange bevor die »Occupy«-Bewegung die Wallstreet besetzte. Die Suche nach radikalen und alternativen gesellschaftlichen Perspektiven führte ihn in die USA, die er als die Petrischale der westlichen Welt versteht. In seinem beeindruckenden Dokumentarfilm »The Kingdom of Survival« interviewt er Akademiker, Schriftsteller, (Ex-)Hippies, alternative Medienmacher und vereint unterschiedliche Perspektiven aus Kunst, Religion, Wissenschaft, Utopismus und Anarchismus in einer fundamentalen Kritik am Kapitalismus.
»In dieser möglicherweise letzten Phase der menschlichen Existenz sind Demokratie und Freiheit mehr als schätzenswerte Ideale. Das Überleben könnte von ihnen abhängen«, wird Noam Chomsky zu Beginn des Films zitiert. Littler hat mit dem Vater der modernen Linguistik und Bürgerrechtler gesprochen. »Unterstützt Amerika die Demokratie? Natürlich nicht«, meint er und vergleicht Lohnarbeit mit Sklavenarbeit. Kommunistische und anarchistische Alternativen werden dagegen von den herrschenden Instanzen als verrückt und undenkbar dargestellt.
Aus der Sicht des Historikers Mark Mirabello haben sich die Laster des Mittelalters wie Geiz, Wucher und Glücksspiel im Kapitalismus in Tugenden verwandelt. Wenn im Mittelalter die Ernte schlecht war, wurde der Brotpreis stabilisiert, die Armen von heute gingen dagegen leer aus. Littlers Begegnung mit ehemaligen Hippies zeigt, daß Klassenkampf und Spiritualität keine Widersprüche sein müssen. In Winchester, Virginia, erzählt der Gonzo-Journalist Joe Bageant, wie er sich in den 60ern aufmachte, um Poeten wie Allan Ginsberg zu treffen. Ein Erbe dieser Hippie-Zeit sei die Einsicht, daß der Schlüssel zu allem im Bewußtsein liegt. Bageant macht die linksliberale Mittelschicht mit verantwortlich dafür, daß die US-amerikanische Unterschicht seit fünf Generationen ungebildet und arm geblieben sei.
Mark Oehler, Pionier der US-Aussteigerbewegung, glaubt, daß die Hippies der 1960er Jahre bereits alles begriffen hätten: Ernährung durch Vollwertkost, Arbeit mit der Natur und Entwicklung des »Selbst«. Der Dichter Bob Meisenbach erzählt von seinen Erlebnissen, während des »Schwarzen Freitag«, dem 13. Mai 1960, als er einer der Studenten war, die gegen den »Ausschuß für unamerikanische Umtriebe« demonstrierten und zusammen mit 64 anderen verhaftet wurde. Deshalb nennen ihn manche auch »the man who started the sixties«. Heute ist er davon überzeugt, daß das Geld im Kapitalismus mehr Schaden anrichte, als es der Kommunismus jemals konnte.
Bei dem Viehzüchter Will »The Bull« Taylor findet Littlers Film einen versöhnlichen Abschluß. Taylors Lebensphilosophie sieht so aus: in sich hineingucken und etwas schaffen, was der Seele Freude bringt. »Mit Musik, Poesie, Kunst kann man den Menschen etwas zeigen, was sie noch nie gesehen haben.«
»The Kingdom of Survival« ist inszeniert als besinnliches Roadmovie, ohne zynische Scherze à la Michael Moore. Begleitet von Blues- und Countrymusik, geht es über die schönen Highways. »Menschen unterschiedlichster Weltanschauungen haben eins gemeinsam: Sie profitieren nicht vom Kapitalismus, und das ist Grund genug, sich zu organisieren« – der anarchistische Buchverleger Ramsey Kanaan und Sasha Lilley, Moderatorin des nicht kommerziellen Radiosenders »Pacifica Radio«, nehmen im Film bereits vorweg, was die gegenwärtige »Occupy«-Bewegung verwirklicht. Chomsky sieht in einer verstärkten globalen Vernetzung dieser Bewegung eine große Chance, die Gesellschaft auf einen humaneren Kurs zu bringen. Andere können darin nur eine Bewegung naiver Hippies erkennen. Aber: »No excuses for being a Hippie« möchte man Mark Oehler beipflichten. »Occupy« versteht sich nicht nur als Protestbewegung, sondern auch als Bildungsforum, in dem jeder von jedem lernt. Littler leistet dafür filmische Aufklärungsarbeit.
05. Februar 2012
Programm heute
Das Phänomen Bruno Gröning Regelmäßiges Mitgliedertreffen des Bruno-Gröning-Freundeskreis jeden ersten Sonntag im Monat
13:30 - 19.30 (inklusive 2 Pausen mit Imbiss), Eintritt frei - Spenden willkommen Uhr
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The Kingdom Of Survival von Regisseur Mark Littler
21:00 Uhr
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Radio Lora und junge Welt präsentieren aus der Bibliothek des Widerstands Die Schlacht um Chile - Der Putsch
19:00 Uhr
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